Robert Wilson: Tod in Lissabon

Robert Wilson versteht es in seinem Roman „Tod in Lissabon“ zwei Handlungsstränge spannend zu inszenieren und zu einem Finale zu führen.

Der erste Handlungsstrang erzählt die Geschichte des deutschen Unternehmers Klaus Felsen, der während des 2. Weltkrieges im Auftrag der SS in Portugal das kriegswichtige Metall Wolfram aufkauft. Mit Hilfe seines umtriebigen portugiesischen Komplizen Joaquim Abrantes und ausgestattet mit „Nazi-Gold“ baut Felsen eine Bank auf, die über den Krieg hinaus Bestnd hat und beiden ein Leben in Wohlstand garantiert.

Im zweiten Erzählstrang, der in der Gegenwart verortet ist, begleitet der Leser die Ermitllungen des Lissaboner Kommissars Zé Colho und seines jungen Assistenten Carlos, die die Ermittlungen im Sexual-Mord an einer 15-jährigen Anwaltstochter leiten.

Wilson versteht es, die Spannung in beiden Erzählsträngenauf hohem Niveau zu halten und dem Leser dabei einen Einblick in die Geschichte Portugals seit dem 2. Weltkrieg zu gewähren, sowie ein anschauliches Bild Lissabons und des südlichen Portugals zu malen. Dabei hat der Roman allerdings einige Längen und der Leser fragt sich zeitweise, ob es der Autor die Erzälstränge zusammenzuführen. Auch wenn der Spannung kein Abbruch getan wird, so wirkt die Auflösung doch ein wenig zu konstruiert. Die Lösung des Mordfalls durch den charismatischen Kommissar Coelho ist zu zufällig und die Verbindung der beiden Erzählstränge zu künstlich. Dem Roman hätten 100 Seiten weniger sicherlich keinen Abbruch getan, weniger ist manchmal mehr.

Dennoch hat Robert Wilson mit „Tod in Lissabon“ einen spannenden, durchaus empfehlenswerten Roman vorglegt. Die Charaktere sind exellent ausgearbeitet, der historische Hintergrund gut recherchiert und die Schönheit Lissabons und des südlichen Portugals anschaulich dargestellt.

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