Deutschenfeindlichkeit an Bremer Schulen

25 Feb

BREMEN. Das letzte Jahr hat deutlich gezeigt, das die Integration von Migranten eines der Zukunftsthemen Deutschlands ist. Umso alarmierter reagierte die Öffentlichkeit im Herbst auf Meldungen, dass deutsche Schüler in einigen Berliner Schulen den Schulhof mieden, um nicht als „Ungläubige“ oder „Schweinefleischfresser“ von Ihren türkisch- und arabischstämmigen Mitschülern verunglimpft zu werden.

Dass dieses Phänomen nicht allein auf die Hauptstadt begrenzt ist, zeigte in der vergangenen Woche eine Veranstaltung des Bildungswerk Bremen der Konrad-Adenauer-Stiftung unter dem Titel „Deutschenfeindlichkeit an Schulen – auch ein Problem in Bremen?“ .

Die Feuilleton-Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Regina Mönch konstatierte, dass es sich bei dem Phänomen der Deutschenfeindlichkeit um ein deutschlandweites Problem handele. Die Journalistin hatte im vergangenen Jahr begonnen zur Deutschenfeindlichkeit, vornehmlich an Brennpunktschulen in Berlin, zu recherchieren. Ihre Ergebnisse waren erschreckend. Fast überall stieß sie bei türkisch- und arabischstämmigen Schülern auf offenen oder verdeckten Rassismus gegenüber Deutschen. Auch Allmachtsphantasien, Herrenmenschendenken und Überlegenheitsempfinden gegenüber dem westlichen Lebensstil, musste die Journalistin bei den Migrantenkindern feststellen. Dies führe dazu, dass auch regelmäßig muslimische Frauen ohne Kopftuch Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt werden.

Der konkrete Anlass, um eine breitere Öffentlichkeit auf dieses Thema aufmerksam zu machen, bestand für Regina Mönch jedoch in der Untätigkeit der Schulbehörden und der Tabuisierung und Bagatellisierung des Phänomens durch die einflussreiche, linke Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die bei einem Workshop der Lehrer-Gewerkschaft im Herbst 2010 gesammelten Erfahrungen einiger Pädagogen aus Problemschulen habe die GEW veranlasst, Deutschenfeindlichkeit auf Einzelfälle und Reflexe der eigenen Ausgrenzung als Migrant zu reduzieren. Durch eine Umkehrung der Täter-Opfer-Konstellation, werde aus dem deutschenfeindlichen Migranten einfach ein Opfer seines sozialen Umfeldes gemacht, kritisierte Mönch.

Doch eine Tabuisierung könne nicht darüber hinweg täuschen, dass es unter islamisch geprägten Schülern eine eklatante Verachtung des Deutschen, hervorgerufen durch die zunehmende Indoktrination islamistischer Gemeinden, gebe.

Anja Stahmann, bildungspolitische Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, blies erwartungsgemäß in dasselbe Horn wie die GEW. Auch wenn Respekt und Toleranz natürlich für alle gelte, so sei Deutschenfeindlichkeit kein Problem an Bremer Schulen und könne höchstens unter Mobbing subsumiert werden. Dies brachte ihr – bei der mit über 160 Teilnehmern besuchten Podiumsdiskussion – zumindest den Beifall von etwa 20 Schülern aus dem linken Umfeld der Gesamtschülervertretung ein. Die hatten bereits vor der Veranstaltung mittels Flugblättern Ihrem Unmut über die „gegen Muslime hetzende Reporterin“ Regina Mönch Luft gemacht.  Ähnlich verharmlosend äußerte sich auch Christa Verhaeg (SPD), Lehrerin an einer Bremer Oberschule, die keine generelle Deutschenfeindlichkeit unter Schülern mit türkischen und arabischen Wurzeln sehe und dies auf Einzelfälle zu reduzieren versuchte.

Während der CDU-Bildungspolitiker und Ex-Staatsrat Thomas vom Bruch mit eher moderaten Tönen Toleranz, Respekt und Benehmen der Migranten einforderte und die Gleichsetzung von In- und Ausländerfeindlichkeit ablehnte, forderte der Bremer Galerist Lars Kiener, zum Erschrecken einiger linker Zuhörer und Mitdiskutanten, eine energische Bekämpfung der Deutschenfeindlichkeit durch die Vermittlung einheimischer Sitte und Kultur. „Wir sollten aufhören, uns als Deutsche unserer Herkunft zu schämen und auf unsere Kultur stolz sein.“, verlangte der Ausbilder und Pressesprecher der Kampfkunstschule Bremen. „Respekt muß man sich verdienen.“, so der erfahrene Kampflehrer, der auch mit türkisch- und arabischstämmigen Schülern und Jugendlichen mehrmals die Woche trainiert.

(veröffentlicht in: Junge Freiheit 9/11, 25. Februar 2011, S. 6)

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