Stefan aus dem Siepen: Das Seil

8 Jul

In einem abgelegenen, von Wäldern umgebenen Dorf, in einer nicht näher definierten Zeit fristen einige Bauern ein bescheidenes, aber zufriedenes Dasein. Bis eines Tages der Bauer Bernhardt eine ungewöhnliche Entdeckung macht. Am Rande des Dorfes findet er ein Seil, das in den Wald führt. Er geht ihm nach, kann das Ende jedoch nicht erreichen. Auch ein kleiner Trupp kehrt unverrichteter Dinge wieder aus dem Wald zurück. Neugier und Abenteurlust machen sich unter den Dorfbewohnern breit. Schließlich entschließen die Bauern unter dem Einfluss des Dorflehrers Rauk dem Rätsel auf die Spur zu kommen. So brechen die Männer des Dorfes auf und lassen Frauen, Kinder und Alte zurück, trotzdem die so lebenswichtige Ernte unmittelbar bevor steht.

In einer dichten und ausdrucksstarken Sprache  schafft es der gelernte Diplomat Stefan aus dem Siepen in seinem dritten Roman eine kurze Parabel über das Eindringen des Unbegreiflichen in eine wohl geordnete Welt, die Gefahren menschlicher Obzessionen und die Macht der Sprache zu schildern.

Der Roman ist gut lesbar und besticht durch seine wunderbare Sprache, die allerdings nicht die Banalität der Geschichte und die geringe Tiefe der Parabel wettmachen kann. Die Ereignisse sind vorhersehbar und eine richtige Spannung mag bis zum Ende nicht aufkommen.

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